Beginnen wir doch erst einmal mit der Frage was SEO eigentlich ist. SEO (Search Engine Optimization) ist laut Wortdefinition die Verbesserung der Suchmaschinen.
Hmm, platte Übersetzung, oder?! OK, ein wenig genauer: Es handelt sich viel mehr um die Verbesserung der Suchergebnisse als der Suchmaschine selbst. Doch für wen sollen denn die Ergebnisse in den Suchmaschinen besser werden? Hier fängt die moralische Frage an.
Die Kunden, die wir als SEO-Dienstleister vertreten kommen oft mit der Aussage: “Ich will für KREDIT auf Platz 1″ bei Google (ok, vielleicht ist es auch GELD oder BAUFINANZIERUNG oder LEBENSVERSICHERUNG). Na?! Tolle Ideen von den Herren Kunden, oder?
OK, der clevere Kunden wird die Argumentation verstehen, dass ihn der Aufwand wahrscheinlich teurer kommt als sein Gewinn – und die Gewissheit dass er bei einem solchen Key auf Dauer oben bleibt auch nur auf wackeligen Beinen steht. (Denn manchmal macht Google Dinge, die keiner versteht).
Aber wo beginnt hier die moralische Frage?
Nun erst einmal darin ob man das Geld mit welchem gewunken wird unbedingt haben möchte und man deshalb den Auftrag annimmt, ohne sich auch nur Gedanken gemacht zu haben, ob die Seite es denn auch Wert ist in den Serps vorne zu stehen.
Moralische Frage: Ist die Kundenseite für die User besser als die anderen in den Top-Serps stehenden Seiten?
Diese Frage kann man sich auf zweierlei Art stellen, bzw muss sie eigentlich dem Kunden stellen, falls man zu dem Schluss kommt, dass die Seite es nicht wert ist.
Ist der Kunde bereit mit dem SEO gemeinsam die Seite auch optisch, strukturell und vor allem inhaltlich so zu verändern, dass sie es wert wird die vorderen Positionen zu erklimmen?
Ob SEO moralisch vertretbar ist lässt sich also hier nur dann positiv beantworten, wenn die Seite nach der Optimierung ein neues Juwel für die Serps ist
Aber mir stellt sich noch die Frage ob die verwendeten SEO-Methoden moralisch vertretbar sind
Wir SEO-Blogger lieben ja die schwarz-weiß Malerei und nennen die Zweige der SEO “Black Hat” und “White Hat”.
White Hat – die moralische Seite des SEO
Unter White Hat Methoden verstehe ich alles was von Google und Co erlaubt und sogar erwünscht ist. Also alle Methoden, die eine Website für Suchmaschinen und Besucher besser erfassbar machen.
Black Hat – die Böse Seite der Macht
Alle Versuche die Lücken in den Suchmaschinen-Algorythmen auszunutzen, vielleicht auch einfach am User vorbei – böse Scripte, Doorway-Pages, exzessiver Linkaufbau (der nicht den User im Vordergrund hat), stumpfer Linktausch (auch oder vor allem nicht-reziprok – also hinterlistig geplant mit extra dafür aufgebauten Tauschseiten) würde ich als Black Hat bezeichnen.
Tja – was heißt das jetzt für unsere moralische Frage?
Sobald die SEO-Agentur nur beratend tätig ist und dabei hilft die nächsten Schritte im Sinne des Besuchers zu planen, würde ich SEO als absolut moralisch vertretbar einstufen. Ich kenne durchaus einige SEOs, die genauso arbeiten.
Aber sobald die Agentur auch nur beginnt Backlinkaufbau zu betreiben ist der Schritt in 99% aller Fälle bereits in Richtung Black Hat getan. Meine Meinung und sicher nicht allgemeingültig.
Und ich persönlich würde mich (auch für meine Projekte) sicher nicht als absolut 100% moralisch korrekt arbeitend einstufen (schon allein wegen der Meta-Zauber und Voodoo-Geschichten, die ja definitiv das Ziel haben die Serps hintergründig zu beeinflussen).
Aber mal ganz ehrlich – die wenigsten SEO-Agenturen sind doch laut meiner Definition absolut White Hat, oder?!
Fazit: Die Frage der Moral ist Interpretationssache
Wie ist Eure Meinung dazu?
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ich denke das das white hat seo auf alle fälle moralsich vertretbar ist da auch eine entsprechend gute seite im ranling verbessert wird.
klar das blackhat kann auch eine seite schnell nach oben bringen aber wenn die absoulut nicht passt auf das keyword wird sie von google aus dem index verbannt….aber blackhat methoden beziehen sich nicht nur auf google….videos, artikel und alles andere was traffic bringt kann “angezapft” werden, ansonsten denke das seo nichts schlimmes ist, es ist halt eine art optimierung der seite
Naja, jede Art der Optimierung einer Webseite, die vor allem dem User zugute kommt ist definitiv absolut korrekt und trägt zur Verbesserung des Internets bei.
Jede Art der “Optimierung”, die ohne auf die Bedürfnisse des Users zu achten einfach nur Rankings bringen oder Traffic zu generieren soll, ist meiner Meinung nach nicht als “Optimierung” bezeichenbar und somit eigentlich moralisch nicht zu vertreten. (Update 2010: mittlerweile kann ich gut sagen, dass ich keine Kunden mehr betreuen muss deren Seiten es nicht wert wären optimiert zu werden
… man muss den richtigen Arbeitgeber finden)
In meinem Job überlasse ich aber die Entscheidung was “Optimierung” ist (aktuell noch) anderen und “optimiere” jede Kundenwebsite.
die frage ist doch auch ob blackhat wirklich sinn macht wenn eine seite eh nichts taugt. dann lieber dem kunden vorschläge zur umgestaltung seiner seite anbieten und evtl. daraus noch ein geschäft erzeugen. was ja wieder moralisch ok ist und evtl. dem geldbeutel auch gut tut^^
Markus’s letzter Blog Beitrag..Pearl Jam – Die Grunge-Ikonen kehren zurück
Mein Backlinkaufbau ist zu 110 % immer white hat!
gentle.rocker’s letzter Blog Beitrag..Die Mondlandung oder: wie wir die Erde entdeckten
Hi Psychic,

ja, ist schon Sommerflaute – zumindest beim WMF. Ich selber habe zwar angefangen, aber einfach keine Zeit gefunden. Zum Schuljahresende habe ich einfach irre viel um die Ohren (Kinder, Vorstand etc…)
Ich arbeite daran
Btw: genau in diese Richtung hatte ich auch zuerst gedacht: “Wie sag ichs meinem Kunden?” Aber mir fehlt da die Erfahrung. Ich habe noch nie “schlechte Projekte” optimieren müssen. Die eine Anfrage für eine miese Seite, die ich hatte, hab ich abgewiesen. Im Kunst und Kulturbereich läuft das alles … lockerer
Gruß, Martin
Mißfeldt’s letzter Blog Beitrag..Google Bildersuche erweitert: Lizenzfreie Bilder finden
Hey Mißfeldt, ist gerade Ferienbeginn? Hätte mir früher nie träumen lassen, dass ich so etwas wichtiges mal nicht mitbekomme
Sommerflaute – tja, ist also nicht wirklich ein Loch, sondern vielmehr die verschobene Aufmerksamkeitsachse aller Familien, die schulpflichtige Kinder haben, und davon soll es ja einige geben
Jo, Kundenseiten abweisen ist in meiner Position nicht drin – da heißt es das Beste draus machen und hoffen, dass der Kunde bereit ist etwas interessantes aus seinem Projekt zu machen. (Update 2010: Mittlerweile hab ich nen Arbeitgeber, der durchaus in meinem Sinne handelt und Kunden nicht annimmt, deren Seiten es nicht wert sind optimiert zu werden)
@gentle-rocker – lobenswert
aber zu 110% 


90% würde ich nachvollziehen können. Aber hast Du noch nie einen Blog-Kommentar gesetzt (wie diesen hier) und so nen Link hinterlassen? Wenn der nicht absolut themenbezogen ist, ist das dann nicht schon relativ wenig wert für meine Besucher dieses SEO-Moral-Beitrags?
Oder einen Link getauscht statt darauf zu warten, dass er auf ganz natürliche Weise kommt?
Oder hast Du nicht schonmal nen Social-Bookmark gesetzt im Bewußtsein, dass wohl kein User aber viele Bots den Link finden werden?
Es gibt sicherlich noch viele viele Beispiele, die nicht zu 100% moralisch vertretbar sind, trotzdem niemandem schaden und vielleicht ein klein wenig zu besserem Ranking beitragen.
Nichts für ungut Gentle.Rocker – ich denke ein ganz klein wenig Grey Hat sind wir alle *lol*
Du sagst es – wir sind alle schon ein wenig grau, so wie Vieles im Netz; und wie heißt es so schön: erst das Fressen, dann die Moral!
gentle.rocker’s letzter Blog Beitrag..Die Mondlandung oder: wie wir die Erde entdeckten
Ich will es mal so formulieren. Geld regiert die Welt =)
Nun. SEO ist aus meiner Sicht mit der Formel 1 vergleichbar.
Jeder will auf der Pole Position, oder zumindest auf einem der ersten 3 bzw. 5 Plätze stehen. Die Teams tun alles, was nach den Regeln erlaubt oder als legal interpretierbar ist.
Unmoralisch wird es dann, wenn versucht wird, den Wettbewerb durch bestimmte Methoden im Index zu stören bzw. bewusst Blackhat eingesetzt wird. Aber SEO ist oft eine Glaubensfrage
Jens’s letzter Blog Beitrag..Zukunft, Datenschutz und Spam im E-Mail-Marketing
Na das wär doch mal was, wenn die Suchmaschinen die Serps nach Qualität einordnen würden. Aber wer letztendlich würde denn dann den Qualitätsfaktor bestimmen? Vor allen Dingen ist es immer relativ. Ich wäre z.B. als Alleinunterhalter und Elvis Imitator ein Juwel, der den 1. Platz auf Lebenszeit verdient *lach. Zum Thema White Hat denke ich mal nichts unerlaubtes mit meiner HP gemacht zu haben. Ich tausche in der Regel gerne reziprok. Denn es ist nichts Verwerflich daran, auf einen Kollegen zu verweisen und umgekehrt. Im Gegenteil, die Suchmaschinen sollten das höher einstufen als das nicht reziproke Verlinken. Weil: Wer gibt schon einen Link ohne Gegenleistung? Also stinkt nicht reziproke Verlinkung immer zum Himmel und nach “getürktem” Linktausch.Übrigens “SEO” Wenn du langeweile hast: Es gibt einen neuen Wettbewerb “borntobeaseo”.
Baffy Scorpion’s letzter Blog Beitrag..Kurznachrichten aus aller Welt
Tja, das ist genau ein Punkt, über den ich mir öfter mal Gedanken mache – siehe auch eines der letzten Postings “SEO für Dummies”. Glücklicherweise haben es die Seiten, die ich optimiere, in der Regel auch vedient, weit oben zu stehen
Loewenherz’s letzter Blog Beitrag..2. SEO-Stammtisch Rhein-Main 2009 im Juli/August in Aschaffenburg
Die Beratung und Durchführung der Onpage Optimierung ist in meinen Augen völlig unproblematisch zu sehen, denn es wäre dumm, die Seite für Google & Co. schlecht lesbar zu programmieren / zu gestalten. Aber beim ersten Schritt der Offpage Optimierung wird das eigentliche Suchergebnis verfälscht. Doch wenn nur eine Seite anfängt Links zu sammeln, bleibt den anderen in der Regel nichts anderes übrig als mitzuziehen… denn wer möchte schon der Moral wegen auf Seite 2 oder noch tiefer fallen
Ein ewiger Kreislauf…
@Sascha schon richtig aber ich finde manchmal kann man dur “ehrlichkeit” noch mehr geld verdienen und vorallem evtl. sogar längerfristige folgeaufträge rausholen.
Markus’s letzter Blog Beitrag..Rekordzahl deutscher Gewinner der US-GreenCard
Die Frage, die hier aufgeworfen wird, ist wirklich gut. Sobald man Backlinks aufzubauen beginnt (und da liegt doch bei den Meisten die Hauptoptimierung), zerstört man doch den natürlichen Fluss der Dinge. Gutes SEO führt über die Inhalte, für die ist der SEO dann aber meist gar nicht mehr verantwortlich. Auch Link-Baits sind häufig eher Ideen der Marketing-Abteilung. Das bisschen Empfehlungen, die man dann noch machen kann, findet der Kunde auch im Netz.
–> Ergo bauen alle wieder Links auf, mit unterschiedlichen Strategien.
Ich schätze, die SERPs würden ohne SEOs bessere Ergebnisse bringen, aber dann wären einige Menschen arbeitslos
Paul’s letzter Blog Beitrag..Störende Seiten “Made for AdWords”
@Paul: Ich finde, das ist das Problem mit vielen SEOs, dass sie ihre Arbeit meist wirklich nur auf die Optimierung – meist Backlink Generierung – beschränken.
Aus diesem Grund sollte ein guter SEO immer auch Erfahrungen aus dem (Online) Marketing mitbringen. Denn schlussendlich können die Grundprinzipien des herkömmlichen Marketings auch bei der Suchmaschinenoptimierung angewendet werden. Zusätzlich kann durch das Wissen über andere (Online) Marketing Strategien auch dazu beigetragen werden, die Arbeit zu verbessern und effizienter zu gestalten – und bspw. selbst ein Linkbait aufgezogen werden.
Mir gefällt der Teil der Suchmaschinenoptimierung gut, der im Sinne einer SEO zu mehr strukturierten Inhalten und Mehrwert für den User führt!
Will sagen, wenn Optimierung letztendlich einen Nutzen für den User hat, so ist das doch ein interessanter Faktor, oder?
Pingback: » Gutes Karma, geistiger Linktausch und Backlink-Partner - Psychic SEO – PSI+Suchmaschinenoptimierung
Das ist eine ganz schwere Sache sich da selber einzuschätzen. Ich arbeite nun ja nur für mich selber ein wenig als SEO und würde mich darum eher als Grey hat beschreiben. Generell versuche ich so weit “white” zu bleiben wie möglich, aber es ist nunmal auch nicht immer möglich.
Ja klar, nicht nur die Links zählen. Als SEO sollte man auch darauf achten das die Seiten gut verteilt sind. Gerade durch RSS, Bookmarks und co.
Always look on the bright side of life
Warum sollte man sich dem Geld verwehren? Ich würde das von der positiven Seite sehen: Durch die Optimierung der Seiten wird das Web doch auch ein Stück besser. Wenn die Seite nicht nur optisch gut aussieht, sondern auch noch den qualitativ guten Content liefert – wieso nicht nachhelfen….
[Admin: Ja, wenn das denn der Weg ist, den man einschlägt zu optimieren - dann stimme ich Dir zu! Wenn es aber NUR um's ranken um jeden Preis geht (Links was das Zeug hält - egal wie wertvoll der Content ist) dann ist das alles andere als moralisch vertretbar
]
SEO ist Business und im Business heißt es soweit ich weiß “Fressen oder gefressen werden” oder nicht?
Also muss man sich keine Gedanken darüber machen wenn man durch Optimierung quasi in einer Branche ein Monopol erzeugt, passiert halt ne
Ich denke auch, dass es da schon moralische Bedenken gibt, aber seien wir doch mal ehrlich, die gibt es in so vielen Berufen… Manager verschleudern Milliarden und bekommen Millionen dafür, ist das moralisch vertretbar?
Solche Berufe/-zweige muss es halt auch geben, man kann nur selber etwas daran ändern!
greetz