Im März begann diese dreiteilige Reihe von Beiträgen, in denen ich denen ich mich den Begriffen der theoreitschen Suchreichweite und der praktischen Suchreichweite versuche anzunähern und dies mittels Tools wie der Sistrix-Toolbox und dem seit letzten Monat Alphatestern zugänglichen SEODiver zu verdeutlichen versuche. In dem aktuellen Beitrag ziehe ich die Analytics-Kurve zum Vergleich hinzu.
Vielleicht könnte man an dieser Stelle tatsächlich die Frage stellen, der Peer in seinem Beitrag “Machen kostenpflichtige SEO-Tools Sinn?” nachgeht.
Wie in der Einleitung bereits erwähnt habe ich die Sichtbarkeitskurven, Suchreichweitegraphen oder wie auch immer sich die verschiedenen Werte bezeichnen für denselben Zeitraum miteinander verglichen.
Um dies grafisch durchführen zu können, wurden die auf gleichmäßigen Skalen dargestellen Sichtbarkeits/Suchreichweitekurven für genau denselben Zeitraum ausgeschnitten, auf dieselbe Breite gedehnt oder gestaucht.
Um eine möglichst übereinander legbaren Vergleich bekommen zu können, haben wir die Graphen auch in ihrer Y-Achse solange gestaucht/gestreckt bis der Punkt zu Beginn jeder Kurve (den 07.09.2009, bzw den Wochenmesspunkt jeweiligen Tools) genau auf derselben Höhe lagen.
Wenn man nun anhand dieser Kurven den jeweiligen SEO-Erfolg einer Webseite ablesen möchte und wir davon ausgingen, dass jedes dieser Tools auch genau das im Sinn hat, dann müssten alle Kurven von diesem Punkt an ziemlich deckend verlaufen – oder zumindest dieselbe Tendenz aufweisen, und zwar mit der Google-Analytics-Kurve mit Suchmaschinentraffic aus den natürlichen Suchergebnissen.
Dies tun die Tools nicht! Keines von den Tools hat dies für unsere Testdomain leisten können, wobei auch das kostenlos verfügbare Alexa weit daneben lag und sogar sehr abweichende Werte zeigte. Um die Grafik übersichtlich zu halten, habe ich den Alexa-Graphen nicht mit einbezogen, dafür aber um ein im Beitrag der theoretischen Suchreichweite unterschlagenes Tool, von dem mir für die Domain noch eine Suchreichweite-Kurve für den entsprechenden Zeitraum zur Verfügung gestellt wurde, ergänzt: Seolytics (suchmaschinenoptimierung.de)

Es ist auffällig, dass die Kurven der Tools, die einfach die Positionen einer festen Keywordliste bei Google abfragen gerade in der Startphase der Kurve deutlich oberhalb der Analyticskurve liegen während der SEO-Diver ein Extrem auf der unteren Seite einnimmt.
Vielleicht war es auch nicht ganz fair, den SEO-Diver bei einer Webseite zu testen, die während der Testphase ein Maximum an 400 Besuchern hatte (die Zahlen links neben dem Koordinatensystem sind die Analyticsbesucherzahlen). Eine Webseite mit maximal 400 Besuchern wird eine entsprechend geringe Suchreichweitenverbreitung in der deutschen Bevölkerung haben. Da kann ein noch so großes Panel, solange es nicht 100% aller Surfer abdeckt, durchaus Lücken aufweisen.
Zu meiner Verteidigung, nachdem ich gerade den SEO DIVER verteidigt habe: Ich wußte zu Beginn der Berichte noch nichts über die wirklichen Besucherzahlen der gestesten Seite. Aber schauen wir doch einmal, warum die anderen Tools ebenfalls soweit daneben liegen:
Sistrix, Seolytics und Xovi fragen alle ein festes Set an Keywords ab, wobei sowohl Shortheadkeywords als auch Longtailkeywords dabei sind. Das Problem für uns als User ist, dass wir ein wenig im Unklaren darüber gelassen werden wieviele Keywords aus welchen Themengebieten und welcher Anteil jeweils Shorthead und welcher Lontail ist.
Selbst wenn wir davon ausgehen dürften, dass eines dieser Tools einen ziemlich umfassenden Keywordschatz für jedes nur denkbare Themengebiet abfragt und selbst wenn ein logisch-realistischer Algorytmus für die Bewertung der Positionen genutzt wird, wissen diese Tools eben nicht ob nach einem bestimmten Keyword in dieser Woche auch gesucht wurde – oder eben auch wie oft.
Ein Makel, dass der SEO DIVER nicht hat – wobei hier wie oben erwähnt die größeren Webseiten eher auf ihre Kosten kommen werden. Ich bin gespannt ob sich das noch entwickeln wird. Für Keywordrecherchen wird der Diver aber sicher eine unschlagbare Basis besitzen – doch das soll nicht unser Thema sein heute.
Kommen wir zurück zur Auswertung der Graphen:
Während alle Tools des theoretischen Suchreichweiteansatzes einen Sichtbarkeitsabfall haben, ungefähr dort wo auch die Analyticskurve zurückgeht, scheint nur Xovi zu erkennen, dass die Keywords, die zum Ende des Testzeitraums wieder ranken auch einen entsprechenden Wert haben müssen.
Ist das jetzt also ein Loblied auf Xovi, weil Xovi als einziges Tool den erstphasigen Höhepunkt als auch den Wiederaufstieg der Webseite im natürlichen Suchmaschinentraffic erkennen konnte?
Nein, denn seltsamerweise findet Xovi auch im absoluten Tiefpunkt der Analytics-Traffickurve anscheinend genug Keywords (extremer Longtail?) für den die Webseite rankt und auch so einen entsprechenden Wert ausspuckt.
Was ist also das Fazit? Sind kostenpflichtige SEO-Tools ihr Geld wert? Sollte man sich auf ein Tool beschränken? Ich denke auf jeden Fall, dass ich für eine realistische Bewertung einer Webseite durchaus auf kostpflichtige SEO-Tools zurückgreifen möchte und werde.
Ich persönlich werde nach der Alpha-Testphase ganz sicher einen SEODiver-Zugang nutzen, werde aber unbedingt auch auf eines der mittlerweile vielen Tools des theoretischen Suchreichweiteansatzes nutzen. Ob dies auf Dauer Xovi, Sistrix, Seolytics oder vielleicht (das von mir noch nicht getestete) Searchmetrix Rapid sein wird weiß ich noch nicht.
Klar ist, dass diese Kombination das Bestmöglicher beider Suchreichweite-Theorien bietet und mir damit vor allem für die Analyse von Webseiten zu denen ich keine Webanalytics, Webmastertools oder ähnliche Zugänge habe, angeht.
Nun, die Kurven habt Ihr Euch angesehen? Es dürfte keine Verwunderung sein, dass auch auf die Google-Analyticskurve der Mond keinen Einfluss hat. Die im Vergleich mit Alexa gefundenen Tiefpunkte bei Vollmond und Hochpunkte bei Neumond lassen sich auch im Google-Analytics-Trend nicht wiederentdecken.
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Sehr interessanter Bericht. Ich denke man sollte das auch mal mit verschiedenen Domains testen, die z.B. mit mehreren Keywords (also paar tausend oder sogar zig tausend) ranken und eben auch vielleicht mal zu verschiedenen Themen (Finanzen, DSL, Auto, Immobilien usw.).
Ich denke dann kann man den Vergleich mit der Analyticskurve, also dem tatsächlichen Traffic der jeweiligen Webseite, viel besser darstellen und die “Trefferquote” der Tools noch besser darstellen.
Aber wie schon gesagt, sehr interessante Idee Dein Ansatz.
Schöne Osterfeiertage.
[Admin: Hallo Xovi, ja, das hatte ich mir auch schon gedacht, als ich gesehen habe wie wenige Besucher die Domain tatsächlich hat. Frühere Tests z.B. bei mir als auch dort zeigen ja, dass eine Sichtbarkeitskurve wie ihn Xovi oder auch Sistrix zeichnet durchaus die Entwicklung des Traffics wiederspiegeln kann. Mal sehen, vielleicht wiederhole ich die Vergleiche, wenn mir Analyticskurven größerer Webseiten zu Verfügung gestellt werden (Nein - Kurven von meinen Kunden nehme ich nicht - auch nicht anonymisiert!)]
Ein wirklich interessanter Bericht. Ich liebäugle auch schon länger nach so einer Toolbox. Xovi finde ich vom Preis sehr interessant allerdings bin ich auch der Meinung, dass man diesen Test mit verschiedenen Domains durchführen sollte.
Wenn ich mir die Grafik so ansehe, sehe ich eigentlich nur sehr unterschiedliche Kurven.
Ich bin ja nicht die Fachfrau aber soweit ich das verstanden habe, arbeiten diese Tool mit einer festen Keywordvorgabe. Das hat einen Nachteil, wenn das Key nicht in der Datenbank ist, wird das Key auch nicht angezeigt auch wenn die Site evtl. mit diesem Key auf Platz 1 rankt. Ist das richtig? Besser wäre es, wenn das Tool Keys welche nicht in der Datenbank stehen automatisch über den Quellcode aufspürt und aufnimmt sowie daraus Kombis erzeugt.
lg dani
[Admin: Hallo Dani, ja, die Tools Xovi, Sistrix und Seolytics nutzen tatsächlich alle jeweils eine feste Keywordliste, deren Serps sie überprüfen und gegen Deine Domain vergleichen. Den Nachteil hast Du bereits angesprochen: es werden definitiv nicht alle Keywords gelistet, zu denen die überprüfte Webseite rankt.
Deine Idee, dass die Tools zusätzlich die Webseiten selbst analysieren und sich so neue Keywords merken, die sie prüfen können macht trotzdem wenig Sinn, da diese neu gefunden Keywords auch nicht unbedingt ein realistischeres Bild einer Webseite liefern würden.
Tatsächlcih fragen die Tools eigentlich alle drei eine ausreichend große Liste an häufig gesuchten Shorthead-Keywords ab und eine wenig aussagekräftige Menge an Longtail-Keywords.
Einen anderen Zugang zu der Webseite hat das Tool SEO-Diver, dass eben keine feste Keywordliste abfragt, sondern aus anderen Quellen direkt "erfährt" was denn die Leute so in der vergangenen Woche gesucht haben. Hier werden dann auch die wenig gefragten Longtail-Keywords sinnvoll.
Was alle Tools aber gemeinsam haben - egal wie teuer oder billig sie sind: Sie lohnen sich nicht, wenn Du nur Deine eigene Webseite überprüfen möchtest. Denn Du weißt selbst am besten welches die für Deine Webseite wichtigsten Keywords sind - diese kannst Du selbst händisch regelmäßig bei Google prüfen oder Du nutz kostenpflichtige oder kostenlose Tools wie z.B. Free Monitor for Google. Außerdem hast Du ja Zugriff auf Deine Webmastertools bei Google und Deine Besucherstatistiken. Die reichen eigentlich um Deine eigene Webseite gut zu optimieren.
Sinn machen diese Tools wenn man eine Vielzahl von Webseiten überprüfen möchte - vor allem Webseiten auf deren Statistiken man selbst eben keinen Zugriff hat. Im Grunde also Leute, die ihre Konkurrenz ganz eng im Auge haben wollen und sehen möchten, ob die vielleicht unerwartet zu neuen Keywords performen, die man selbst noch nicht optimiert. Und natürlich machen solche Tools Sinn für Agenturen, wobei ich immer empfehlen würde mindestens zwei Tools zu nutzen: den SEO-Diver (als einziges Tools seiner Art auf dem Markt) und eines der anderen Tools wie Sistrix, Xovi, Seolytics, Rapid, ...]
Warum testet du das ganze nicht mal mit einer reichweitenstärkeren Seite? Am besten auch nicht aus dem Newsbereich. Ergebnisse wären sicher interessant.
[Admin: Simon - finde ich gut. Bietest Du etwas an?]
Hallo,
interessant wäre zumindest das Thema oder die Webseite selber gewesen. Die ist scheinbar ja hart abgestürzt und erst verzögert wiedergekommen.
Hatte die Domain nun Top Ranings oder kamen die Besucher eher über den Longtail bzw. extrem kryptische Suchanfragen?
Im letzteren Fall hätten die diversen Analysetools eigentlich kaum eine Chance, solange sie nicht ihren Keywordstamm massiv aufbauen.
Das bestätigen ja auch die Kurven bzw. Geraden am Ende. Deine Besucher kamen zu hoher Wahrscheinlichkeit über exotische Begriffe.
[Admin: Das wäre sicher interessant gewesen - aber der Betreiber der Webseite hat mit die Analyticskurve nur unter der Voraussetzung gegeben, dass Thema und Webseite selbst geheim bleiben. Aber Deine Vermutung scheint sehr richtig zu sein - Top-Rankings für den Shorthead gibt es nicht - deutlich mehr Rankings für den Longtail dagegen schon. Das einzige der getesteten Tools, dass auch den Longtail zuverlässig abdecken könnte, wäre aktuell der SEODiver, der aber offiziell noch nicht auf dem Markt ist]
Hallo und guten Abend,;)
nun können wir an dieser Stelle das Geheimnis der ominösen Webseite lüften der oben aufgeführte Link zeigt die Seite um die es in den Artikeln ging.
wird meiner Seite seit ca. 2 Stunden wieder Leben eingehaucht. Auch wieder unter den Shortheads.
Leider gab es einige Probleme des Verständnisses mit Google und mir. Nun dank der tatkräftigen Unterstützung des Psychic-Seo
Die Umstände sind etwas seltsam, da im November einige Vorfälle waren, die meine Seite letztendlich ins Nirvana geschossen haben. Google hat anscheinend nicht wirklich verstanden, was ich von Ihnen wollte, angefangen bei einer Spam – Meldung bis hin zu einer E-Mail an die Rechtsabteilung, Welche gestern versendet, heute Nachmittag gegen 15:30 Uhr beantwortet wurde und seit ca. 2 Stunden wieder brav in den Serps vorhanden ist. Ich bin gespannt, ob die Mondphasen mir hier beim “Erholen” der Seite wieder hold sind.
An Dich direkt Marcus: Wie ich schon sagte gefallen mir die Artikel sehr gut! Gut ausgearbeitet!! Mein Lob an dieser Stelle. (Ach ja HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH noch!!!! Weist schon bescheid.)
Der, beziehungsweise die Tests zeigen aber deutlich, dass hier alles immer als Richtwerte zu sehen ist.
Ich persönlich würde auch empfehlen mich auf eines, höchstens zwei Tools zu beschränken. Letzendlich sind wir doch alle froh, wenn wir uns an eine Sache gewöhnt haben.
Ich empfehle auch weiterhin alles immer händisch zu überprüfen.
In diesem Sinne
Hallo,
es gab ja noch einige anderen Highlights und Ankündigungen. SEO Diver wird eine neue Art von SEO-Tool zur Keywordbewertung vorstellen. Da darf man auf jeden Fall gespannt sein. Auf SEO-Book gibt es zumindest schon die ersten Gedanke zu dem eingeführten Konzept der Suchreichweite.
In letzter Zeit hat sich eine Menge an der Suchreichweite sich entwickelt. Es wird mit dem neuen Tool sich halt noch verbessern.
aua, ich hab schon kopfweh… ich bin noch blutige anfängerin und plage mich auswertungsmäßig mit den google tool ab. natürlich schiele ich auf ein zusätzliches bzw. unabhängiges tool. du hast in deinem artikel ja diese beschrieben. doch welches ich nehmen soll weiß ich noch immer nicht. auf jeden fall danke für den bericht und auch die kommentare.
Interessanter Test. Aber eigentlich war (für mich) bereits vorher klar, dass unterschiedliche Tools auch verschiedene Ergebnisse liefern. Schließlich werden nicht die gleichen Keywords abgefragt…
.-= alte Kiehvotz´s last blog ..Rock im Park 2010 – Festivalbericht =-.
Wirklich toller Artikel, sehr informationsreich
Danke.